Revanche in letzter Sekunde geglückt

Dienstag, 02.02.2021 | 23:02 Uhr

Nein, es war wahrlich nicht gerade ein Glanzstück was der FC Schaffhausen vollbrachte, doch letztlich brauchts auch dreckige Siege, um mit der Spitze mithalten zu können. Diese Effizienz macht sich nun bezahlt, grüsst der FCS nämlich neu vom Barrageplatz.

Bereits zum elften Mal gelingt dem FCS ein Tor in der Schlussphase. Und dieses hievt den Stadtclub bei Meisterschaftshälfte auf den Barrageplatz. Zuständig für den Last-Minute-Treffer war Drilon Kastrati, der zum ersten Mal überhaupt für seine Farben scorte. Kastrati kam selbst erst in der 87. Minute für Uran Bislimi auf den Platz und sah, wie Sangoné Sarr für Veljko Vukasinovic Platz machte. Der junge Stürmer setzte sich beim darauffolgenden, letzten Schaffhauser Angriff gleich in Szene, vernaschte Jérôme Thiesson und Léon Bergsma im Doppelpack und spielte den Ball auf Kastrati zu, der sich hinter Olivier Jäckle davonschlich. Zwar aus abseitsverdächtiger Position startend, spitzelte der 19-Jährige das Leder an Goalie Simon Enzler vorbei via Innenpfosten in die rechte Torecke. Die Erleichterung war nicht nur dem Erstlingsschützen anzumerken, sondern dem ganzen Team, denn es war nicht selbstverständlich, dass der FCS diese Partie noch für sich entscheiden konnte. Dazu gelang dem FCS die Revanche, immerhin schoss Filip Stojilkovic seine Farben im Hinspiel in der 89. Minute zum Sieg.

Da Costa vereitelte viele Aarauer Chancen

Denn auf dem tiefen Rasen wirkten die Munotstädter teils etwas schwerfällig und musste das Spieldiktat Gastgeber Aarau überlassen. Zweimal erwischte es André Luis Neitzke, der zweimal ausrutschte, was Filip Stojilkovic sogleich ausnutzte. Einmal zog er direkt auf FCS-Keeper David Da Costa los, der jedoch erfolgreich intervenierte. Beim zweiten Versuch nach einer Viertelstunde Spielzeit legte der Stürmer auf Randy Schneider, der allerdings ebenfalls scheiterte. Der FCS liess nicht unversucht, sein Glück in der Offensive ebenfalls zu suchen. Sangoné Sarr verwertete eine Flanke von Jetmir Krasniqi fast zum Torerfolg, jedoch befand sich der Senegalese im Offside, den zweiten Abschluss, den für ihn Bislimi und Ivan Prtajin vorbereiteten, segelte nur knapp am Aarauer Gehäuse vorbei. Auf der Hut war vor allem Da Costa, der an diesem Abend die beste Leistung aller Kicker abrief und alles aus dem Weg räumte, was ihm in die Quere kam. Doch in der 36. Minute war auch Da Costa geschlagen. Ein scharf getretener Eckball von Kevin Spadanuda fand in Elsad Zverotic einen Abnehmer. Der Aarauer Captain warf sich in den Schuss, den Da Costa zwar abfangen konnte, jedoch sich mit dem Ball schon hinter der Torlinie befand. Aufgrund der Spielanteile war die Führung Aaraus zugegebenermassen nicht ganz unverdient.

Prtajin trifft ins, Pollero ans Tor

FCS-Coach Murat Yakin schien während der Pause mit seinen Worten die Mannschaft aufgerüttelt zu haben, denn die in grauen Trikots antretenden Schaffhauser präsentierten sich etwas agiler. Was sogleich auch Prtajins Torinstinkt in Kraft setzte. Dieser erklomm einen langen Ball aus der eigenen Verteidigung, schoss zuerst Thiesson an und nahm den Abpraller gleich mit, büschelte sich das Gerät und versorgte dieses zum 1:1-Ausgleich in die Maschen. Sein Sturmpartner Rodrigo Pollero wollte ihm gleich nachmachen und setzte nur drei Minuten später das Leder aus 22 Metern an den Querbalken. Danach schien der FCS sein Pulver verschossen zu haben, abgesehen von Sarrs Schuss aus der Drehung, der allerdings am Tor vorbeiflog. Im Gegenzug verlagerten sich die Aarauer immer mehr in die Schaffhauser Gefahrenzone und drängten auf den endgültigen K.O.-Schlag. Bis zur 93. Minute gingen 21 Abschlussversuche auf das Konto des FCA gegenüber 8 der Munotstädter. Der neunte Versuch der Gäste sorgte letztlich für die Entscheidung einer kräfteraubenden und kampfbetonten Partie, die erwähnenswerter Weise ohne eine einzige Verwarnung auskam.

Rang 2 zur Halbzeit

Dank dieses Siegs springt der FC Schaffhausen auf den zweiten Rang, zwei Punkte hinter dem neuen Leader FC Thun, der Kriens zeitgleich mit 2:0 bezwang. GC musste nun zum zweiten Mal nacheinander aussetzen, da nach letztem Freitag im Letzigrund aufgrund der Regengüsse auch auf der Winterthurer Schützenwiese nicht gespielt werden konnte. Das Eröffnungsspiel zum dritten Quartal erfolgt bereits am kommenden Freitag. Dann begrüsst der FCS den FC Wil 1900 zum 78. Meisterschafts-Regio-Derby. Die Äbtestädter sind hervorragend aus der Winterpause gestartet und bejubelten heute Abend einen 1:0-Sieg gegen Neuchâtel Xamax FCS, notabene der dritte Dreier in Folge.

#füürenand mit #füürundflamme #füürdäFCS #hoppschaffhuuse

 

 

Telegramm

FC Aarau - FC Schaffhausen 1:2 (1:0)
Brügglifeld – ohne Zuschauer – SR: Lionel Tschudi.
Tore: 36. Zverotic 1:0, 50. Prtajin 1:1, 93. Kastrati 1:2.
Aarau: Enzler; Thiesson, Bergsma, Zverotic; Jäckle; Giger, Schneider (89. Aratore), Schwegler, Rrudhani; Spadanuda, Stojilkovic (69. Balaj).
Schaffhausen:
Da Costa; Krasniqi, Neitzke, Bunjaku, A. Müller; Lika (77. Mujcic), Hamdiu, Sarr (92. S. Müller), Bislimi (87. Kastrati); Prtajin (77. Mozzone), Pollero.
Bemerkungen: Aarau ohne Gashi, Schindelholz (beide krank), Ammeter, Peralta, Qollaku, Thaler, Verboom (alle verletzt), Avdyli (nicht qualifiziert) und Hajdari (nicht im Aufgebot). - FCS ohne Rodriguez (gesperrt), Del Toro, Talic, Deronjic (alle rekonvaleszent), Paulinho (verletzt), Djoulou, Padula, Bajrami, Furrer, Wick, Berglas-De Nobile und Barry (nicht im Aufgebot). – 53. Lattenschuss Pollero.
Verwarnungen: keine


Bild: www.freshfocus.ch / Marc Schumacher

Revanche in letzter Sekunde geglückt

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FC Aarau
FC Schaffhausen
Tuesday, 02.02.2021 | 19:00 Uhr
Stadion Brügglifeld, Aarau

Resultat: 1:2 (1:0)

Torschützen

36' Elsad Zverotic (Assist: Kevin Spadanuda) 1:0
50' Ivan Prtajin 1:1
93' Drilon Kastrati (Assist: Veljko Vukasinovic) 1:2

Karten

' keine

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