Sieg im letzten Moment vergeben

Freitag, 20.11.2020 | 23:11 Uhr

Der Siegesjubel blieb regelrecht im Halse stecken. In letzter Sekunde vergibt der FCS den ersten Triumph über Stade Lausanne-Ouchy und muss auf fahrlässige Weise das 2:2 hinnehmen. Schon zum vierten Mal in dieser Saison wird ein Spiel kurz vor Ende entschieden.

Erstmals seit Ende Oktober durfte auch SLO wieder in die Hosen steigen. Die zwei letzten Runden vor der Nati-Pause mussten die Romands pausieren, da sich Winterthur und Xamax in Quarantäne befanden. Für die Lausanner war der heutige Abend schon fast wieder ein Restart. Trainer Meho Kodro setzte wieder auf die gleiche Strategie, denn wie schon im Hinspiel stellte er auf einer Dreierkette um, wie übrigens die Munotstädter ebenfalls. Allerdings mussten Rodrigo Pollero und Jetmir Krasniqi kurzfristig forfait geben, da anhaltende Muskelbeschwerden einen Einsatz verunmöglichten.

Keine Tore im ersten Durchgang

Der FCS schien von Beginn weg konzentriert und hellwach zu Werke zu gehen, wenn man von den beiden Schockern von David Da Costa absieht, als ihm zweimal der Ball über den Rist schlipfte und für kurze Atemaussetzer sorgte. Mit hohem Pressing attackierten die Gelb-Schwarzen den ballführenden Gegenspieler und erkämpften sich so schnell das Leder. Die erste Torchance nach sieben Minuten gehörte jedoch dem Gast, als Andrea Mutombo mit seinem Abschluss Da Costa erstmals prüfte. Nach einer Viertelstunde Spielzeit trat Mersim Asllani einen Freistoss aus rund 23 Metern, den der FCS-Keeper problemlos entschärfte. Das Strafraumspektakel blieb jedoch verwehrt, fand das Spielgeschehen hauptsächlich im Mittelfeld statt. Wenn dann in den Boxen Leben aufkam, gab es dafür einige brenzlige und knifflige Szenen, die beide Teams zu Achterbahngefühlen verleiten liessen. In der 21. Minute kam Ivan Prtajin zu Fall, als Unai Albizua zur Grätsche ansetzte. Michaël Perriers Lattentänzler in der 32. Minute war der Auftakt in eine aktive Phase. Kurz darauf wäre Prtajin zu einer Topgelegenheit mit höchstprozentiger Torgarantie gekommen, doch Lavdrim Hajrulahu kam haarscharf zuvor an das Leder und rettete für den Gastgeber. Danach drohte gleich wieder auf der Schaffhauser Seite Gefahr. Zuerst versuchte Mergim Qarri aus spitzem Winkel Da Costa zu bezwingen, dieser liess den Ball allerdings durch den Fünferraum abklatschen, worauf Roland Ndongo im Gestocher gegen drei FCS-Verteidiger doch noch den Abschluss fand – allerdings direkt in die Arme Da Costas. Das 0:0 nach 45 Minuten war letztlich leistungsgerecht.

Hektische Schlussphase

Nach einer Stunde erlebte der FCS erneut einen Mini-Schock, als Qarri nach einem schnellen Vorstoss entsprechend reagierte und umgehend zur vermeintlichen Führung einschob. Doch SLO’s Offensivakteur befand sich zur Erleichterung des gelb-schwarzen Lagers im Abseits. Doch die Null hielt dennoch nicht lange. Vier Minuten später fällte André Luis Neitzke im eigenen Sechzehner Perrier, worauf Ref Anoyen Kanagasingam den Waadtländern den Penalty zusprach. Mutombo erledigte diese Pflicht souverän zur 1:0-Führung für SLO. Doch die Gäste durften zehn Minuten später ebenfalls nach einem Handspiel von Raffidine Abdullah im eigenen Sechzehner vom Punkt antreten. Dafür zuständig war auch dieses Mal Mirza Mujcic, der Dany Da Silva keine Chance liess und eiskalt zum 1:1 einschoss. Der frische Wind, die die eingewechselten Danilo Del Toro, Guillermo Padula und Frack Djoulou einbrachten, liess die Hoffnung aufleben, doch noch mehr als nur einen Punkt aus der Pontaise zu entführen. Und tatsächlich wurde der Aufwand noch belohnt. In der 88. Minute trat Francisco Rodriguez einen Freistoss in den Fünferraum, wo der kopfballerprobte Prtajin am höchsten stieg und mit den Haarspitzen den Ball in die weite Ecke lenkte. Allerdings flipperte das Leder direkt an den Rücken Djoulous und zwischen ihm und Perrier hindurch, worauf Da Silva auf dem falschen Fuss erwischt wurde und die Führung Schaffhausens nicht mehr verhindern konnte. Die Waadtländer warfen alles nochmals nach vorne und kamen in der 94. Minute noch zu einem letzten Freistoss. Asllani pfefferte den Ball zentral in den Strafraum, wo Giovani Bamba ungehindert zum erneuten Ausgleich einköpfelte. Fast schon etwas fahrlässig vergab man die grosse Chance, endlich den ersten Dreier gegen SLO einzufahren. Die allerletzte Aktion fand nochmals im Strafraum der Lausanner statt, als Del Toro augenscheinlich die Beine weggezogen, aber nicht mehr geahndet wurde, da der Schlusspfiff von Kanagasingam erfolgte. Ärgerlich aufgrund des Drehbuchs lässt der FCS zwei unnötige Zähler liegen, betrachtet man jedoch die Partie über die gesamte Spielzeit, ist die Punkteteilung letzten Endes eine gerechte Belohnung.

Bemerkenswert ist, dass in vier von sechs Direktbegegnungen gegen SLO in der Nachspielzeit ein Tor gefallen ist. Übrigens gleichviele Male, wie es in FCS-Partien in dieser Saison kurz vor dem Schlusspfiff nochmals geklingelt hat. Mit Cup sogar fünfmal.

Am Freitag kommt Xamax

Der FCS verweilt weiterhin auf dem dritten Tabellenrang, punktgleich mit dem zweitklassierten SLO, welches bereits am Dienstag beim FC Winterthur zu Gast ist, der am heutigen Abend ebenfalls seit einem Monat im Einsatz stand du gegen Kriens ein 1:1 erspielte. Für Schaffhausen wartet am kommenden Freitag ein weiterer Prüfstein, denn in die Munotstadt reist mit Neuchâtel Xamax FCS eine weitere Mannschaft, die quarantänebedingt erstmals seit fünf Wochen am Dienstag in Chiasso wieder einen Ernstkampf bestreiten darf. Auch dieser Gradmesser wird wieder im Livestream zu sehen sein.

#füürenand mit #füürundflamme #füürdäFCS #hoppschaffhuuse


 

Telegramm

FC Stade Lausanne-Ouchy - FC Schaffhausen 2:2 (0:0)
Pontaise – ohne Zuschauer – SR: Anoyen Kanagasingam.
Tore: 63. Mutombo (Handspenalty) 1:0, 73. Mujcic (Foulpenalty) 1:1, 88. Djoulou 1:2, 94. Bamba 2:2.
LS Ouchy: Da Silva; Hajrulahu, Albizua, Routis (31. Harambasic); Asllani, Abdullah, Laugeois (73. Bamba), Perrier; Qarri (73. Gazzetta), Mutombo (64. Amdouni), Ndongo (64. Ramovic).
Schaffhausen: Da Costa; Bunjaku, Neitzke, Mujcic; Müller (68. Djoulou), Bislimi (84. Hamdiu), Sarr (68. Padula), Lika; R. Rodriguez (68. Del Toro), Prtajin, F. Rodriguez (91. Kastrati).
Bemerkungen: SLO ohne Lahiouel (gesperrt), Barrocca, Efendic, Tavares, Gaillard, Mbombo (alle nicht im Aufgebot). Schaffhausen ohne Krasniqi, Pollero, Álvarez, Paulinho (alle verletzt), Sessolo, Barry, Tanzillo, Deronjic, Talic, Bajrami, Vukasinovic und Furrer (alle nicht im Aufgebot). – 31. Routis verletzt ausgeschieden. 32. Lattenschuss Perrier. 59. Tor von Carri wegen Offside aberkannt.
Verwarnungen: 11. Müller (Foul), 14. Sarr (Foul), 16. Ndongo (Schwalbe), 44. Hajrulahu (Foul), 53. R. Rodriguez (Foul), 72. Abdullah (Handspiel).


Bild: www.freshfocus.ch / Urs Lindt

Sieg im letzten Moment vergeben

Telegramm

FC Stade Lausanne-Ouchy
FC Schaffhausen
Friday, 20.11.2020 | 19:00 Uhr
Olympique de la Pontaise, Lausanne

Resultat: 2:2 (0:0)

Torschützen

63' Andrea Mutombo (Foulpenalty) 1:0
73' Mirza Mujcic (Handspenalty) 1:1
88' Franck Djoulou (Assist: Ivan Prtajin) 1:2
94' Giovani Bamba (Assist: Mersim Asllani) 2:2

Karten

11' Serge Müller (Foul) [2/4]
13' Sangoné Sarr (Foul) [2/4]
16' Roland Ndongo (Schwalbe) [2/4]
44' Lavdrim Hajrulahu (Foul) [1/4]
53' Roberto Rodriguez (Foul) [2/4]
72' Raffidine Abdullah (Handspiel) [3/4]

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