Weitere Spielverschiebungen wegen Coronavirus

Dienstag, 03.03.2020 | 00:03 Uhr

Die Swiss Football League hat sich am Montag mit den Vertretern aller Super- und Challenge League-Vereinen getroffen und beschlossen, den Ligabetrieb voraussichtlich bis zum Ende der vom Bundesrat verordneten Frist einzustellen. Somit fallen die Runden 25 und 26 in den kommenden zwei Wochen ebenfalls aus.

Der Bundesrat hat aufgrund des grassierenden Coronavirus eine selten erlebte Vorsichtsmassnahme getroffen und bis zum Sonntag, 15. März 2020 ein Verbot sämtlicher Veranstaltungen mit über 1000 Personen verordnet. Dies hat direkten Einfluss auf die Sportereignisse in der Schweiz. So haben die Verantwortlichen des Schweizer Eishockeys, wie auch sämtliche Vertreter aller Vereine der Swiss Football League kurzerhand eine Sitzung einberufen, um den weiteren Vorgang der laufenden Meisterschaften zu besprechen. Beide Sportarten werden ihren Betrieb erst nach der Frist wiederaufnehmen, sofern der Bundesrat bis dann keine Änderungen bekanntgibt.

Runden 25 und 26 ebenfalls verschoben

Somit fallen die Runden 25 und 26 der Super League und der Challenge League definitiv ins Wasser und werden auf unbestimmte Zeit verschoben. Auch der FC Schaffhausen ist involviert und wird nach dem bereits verschobenen Spiel der 24. Runde beim SC Kriens vom vergangenen Samstag auch die beiden Partien gegen den FC Chiasso 1905 vom kommenden Samstag und das Auswärtsspiel in Nyon gegen Aufsteiger FC Stade Lausanne Ouchy eine Woche später nicht bestreiten können. Wann diese drei Spielrunden nachgeholt werden, kann die SFL derzeit noch nicht mitteilen, weil davon einige Faktoren abhängen. Zum einen ist es abhängig, dass der Meisterschaftsbetrieb nach dem 15. März wiederaufgenommen werden kann, zum anderen muss die SFL auch bei der UEFA vorstellig werden. Denn diese schreibt vor, dass an Champions- und Europa League-Spieltagen nationale Partien bis spätestens 15 Minuten vor Spielbeginn beendet sein müssen. Die Swiss Football League will diesen Passus per sofort aufgehoben haben, um zu verhindern, dass Wochentagsspiele nicht schon um 17:00 Uhr angesetzt werden müssen.

Keine Geisterspiele

Ebenso haben sich sämtliche Vereine dafür ausgesprochen, keine Geisterspiele durchführen zu wollen. Partien, die von der Öffentlichkeit ausgeschlossen werden, werden nicht nur mit finanziellen Einbussen - was bis zu 40% der Einnahmen ausmachen kann - bestraft, sondern auch durch die fehlenden Emotionen beraubt. Die fehlenden Einnahmen könnten einige Vereine vor grosse finanzielle Herausforderungen stellen. Zudem werden Geisterspiele nicht in allen Gemeinden resp. Kantonen bewilligt, was die Situation nicht einfacher macht.

FCS voraussichtlich am 21.03.2020 wieder im Einsatz

Wird der Bundesrat bis spätestens am 15. März 2020 das Veranstaltungsverbot aufheben, findet die 27. Runde zwischen Freitag 20.03. und Sonntag, 22.03.2020 wieder wie geplant statt, ehe dann die Nationalmannschaftspause ansteht. Der FC Schaffhausen spielt dann am Samstag, 21.03.2020 um 17:00 Uhr gegen den FC Vaduz. Sollte jedoch das Verbot verlängert werden, trifft sich die Liga am Freitag, 13. März 2020 – an diesem Tag sollte eigentlich der neue Modus beschlossen werden - erneut mit allen Vereinen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Wenn nämlich der Ligabetrieb bis im April nicht wiederaufgenommen werden kann, wird das Prozedere unglaublich schwierig, weil nicht zuletzt auch die Ausweichdaten aufgebraucht sind. Sollte im Worst Case-Fall auch noch eine Mannschaft aufgrund des Coronavirus unter Quarantäne gestellt werden, stünde auch die Frage im Raum, ob die beiden Ligen ihre Meisterschaften auf regulärem Weg überhaupt zu Ende gespielt werden können. Dann stehen auch weitere Fragen betreffend Meister, Auf- und Abstieg im Raum. Zum Vergleich: In der Saison 1918/19, als die Spanische Grippe die Ligen durcheinanderwirbelte, wurde zwar mit dem FC Étoile La Chaux-de-Fonds ein Meister gekürt, jedoch auf einen Absteiger verzichtet. In der Serie B gewann der Vereinigte FC Schaffhausen-Sparta die Meisterschaft, doch Titel und Aufstiegsplayoff wurden annulliert.

EM 2020 in Gefahr?

Gemäss Alain Kunz vom BLICK soll auch die bevorstehende EM 2020 auf der Kippe stehen. Dies hätte auch einen Einfluss auf die Meisterschaft, denn die nationalen Verbände der EM-Teilnehmer, darunter auch die Schweiz, müssten per 01. Juni 2020 die Nationalspieler für die EM-Vorbereitungen freistellen. Fiele die EM aus, wäre dieses Datum nichtig. Doch bis hier klar kommuniziert wird, werden noch ein paar Wochen vergehen und die Situation rund um den Coronavirus von allen Seiten beobachtet und analysiert.

Testspiele in Abklärung

Im Laufe dieser Woche soll noch abgeklärt werden, ob die Vereine in der spielfreien Zeit Testspiele durchführen können. In einigen Gegenden benötigt es Bewilligungen, wenn mehr als 50 Personen an einem Anlass teilnehmen und diese Anzahl an Personal erreicht man bei zwei Fussballteams noch schnell. Die Swiss Football League wird darüber auch noch kommunizieren. Ebenfalls wird der Schweizerische Fussballverband (SFV) mitteilen, wie die Ligen zwischen Promotion League und 5. Liga geplant sind, wie auch betreffend Schweizer Cup, Junioren, Frauen und Futsal informieren.

Bunjaku: «Wir respektieren diesen Entscheid.»

Für FCS-Captain Imran Bunjaku ist diese Situation auch einzigartig: «Der Bundesratsentscheid und die daraus ergebenen Folgerungen durch die Swiss Football League haben wir zu akzeptieren und respektieren diese Schritte selbstverständlich. » Er betont auch ganz klar, dass es in erster Linie um die Sicherheit und Gesundheit geht. «Mit diesem Entscheid wird dazu beigetragen, dass über diesen Weg Spieler, Funktionäre und Zuschauer geschützt werden», so Bunjaku. «Klar, für uns ist es nicht einfach, uns einen Monat lang mit Trainings ohne Ernstkämpfe zu befassen. Es ist so, als würden wir uns erneut auf die Meisterschaft vorbereiten. Und auf diesen Moment freuen wir uns alle schon jetzt.» In erster Linie hofft der FCS-Leistungsträger jedoch, dass sich die Lage rund um das Virus schnellstmöglich wieder beruhigt. Der FC Schaffhausen steht mit den Verbänden im stetigen Kontakt. Sollte es Neuigkeiten geben, informiert der FCS über seine Kanäle.

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