Heftige Ohrfeige für den FCS

Sonntag, 01.10.2017 | 13:10 Uhr

Demütigung pur für den FC Schaffhausen. Beim Aufsteiger Rapperswil-Jona lassen sich die Munotstädter vorführen und kassieren eine herbe 0:5-Schlappe.

Die Revanche für die Rosenstädter ist mehr als geglückt. Nach der 0:6-Startpleite haben die St. Galler, die mittlerweile definitiv in der Challenge League angekommen sind, eine eindrückliche Antwort gegeben. Bereit, trotz Dauerregen mit unbändigem Siegeswillen von der ersten Sekunde an alles zu geben. Diese Attribute wurden hingegen beim FC Schaffhausen gänzlich vermisst, auch wenn die Munotstädter in einigen Phasen zu ihren Chancen kamen. Das Unheil drohte schon in der ersten Minute, als FCS-Keeper Dorde Nikolic ein Zuspiel direkt in die Füsse von Roman Güntensperger pflanzte, dieser aber so überrascht schien, dass sein direkter Schuss über das Gehäuse flog. Der Gastgeber wartete in den Anfangsminuten ab, wie sich die Nordostschweizer präsentierten und als dieser feststellte, dass Miguel Castromans Abschlussversuch nach vier Minuten die einzige annähernde Offensivaktion war, traute sich die Urs Meier-Elf schnell mehr zu. So tankte sich nach einer Viertelstunde Kim Jaggy durch die Mitte durch und platzierte seinen Flachschuss in die untere, rechte Ecke zur 1:0-Führung. «Mein insgesamt viertes Tor in meiner langen Karriere», freute sich der 34-jährige Haitianer diebisch.

Verdiente Rapperswiler Führung

Ähnlich wie schon beim Gastspiel in Wil präsentierte sich der FCS im ersten Durchgang erdenklich schwach und ohne überzeugende Argumente, eines Leaders gerecht zu werden. Nejc Mevlja, der die Innenverteidigung übernehmen sollte, wechselte im regelmässigen Turnus auf Jean-Pierre Rhyners Aussenbahn, was für Verunsicherung in der Verteidigung führte. So musste immer wieder Imran Bunjaku, der auf der Sechserposition seine Arbeit verrichtete, im Abwehrzentrum aushelfen. Doch auch er konnte den heranstürmenden Dominik Schwizer in der 36. Minute nicht stoppen, der danach im Strafraum von Nikolic zu Fall gebracht wurde. Denn fälligen Elfmeter trat Mychell Da Silva Chagas, allerdings so schwach, dass der FCS-Hüter diesen abwehren konnte. Weil aber die Schaffhauser zu spät reagierten, konnte Egzon Shabani unbedrängt nachsetzen und das Leder zum 2:0 in den Maschen versorgen. Der Gastgeber spielte genauso, wie es der FCS in der Hinrunde noch zelebriert hat: Schnörkellos mit direktem Zug auf das gegnerische Tor, derweil die Munotstädter ihre Angriffsversuche mangels freien Anspielstationen abbrachen und den Ball regelmässig wieder zurückspielten. Auch die weiten Pässe in die Tiefe, wie das beispielsweise ein André Luis Neitzke erfolgreich gestaltete, missrieten zu oft.

Zwei Traumtore setzen FCS schachmatt

Trainer Boris Smiljanic reagierte auf die zweite Halbzeit und wechselte Luca Tranquilli für Yassin Mikari und Danilo Del Toro für Marko Dangubic ein. Zwar gaben die in violett-weiss antretenden Schaffhauser ein Lebenszeichen, wie beispielsweise Castroman, der nach einem Zuspiel von Tunahan Cicek FCRJ-Goalie Diego Yanz zu einer Glanztat zwang. Doch ein Fehlpass von Del Toro brachte den Gast aus der Munotstadt in arge Bedrängnis. Mychell Chagas entwischte dem 20-Jährigen und bediente seinen Kollegen Manuel Kubli. Dessen Schuss wehrte Nikolic noch ab, doch Rhyner, der gleich beim Torhüter stand, liess sich vom Rapperswiler Captain düpieren, der ohne Schnörkel den dritten Treffer markierte. Auch wenn, wie erneut Castroman bei einem Lattenschuss, der FCS weiterhin eine Aufholjagd anstrebte, blieb es lediglich beim Versuch. Den endgültigen K.O.-Schlag versetzte Mychell Chagas bei einem Doppelschlag innert drei Minuten. Mit zwei Biciclettas sorgte er beim Rapperswiler Anhang für ekstasische Jubelgesänge. Ein lupenrreiner Hattrick, dazu zwei Traumtore, besser hätte es dem 28-jährigen Brasilianer nicht laufen können. Sechs Ligatore und fünf Assists sprechen eine Sprache für sich.

Höchste Niederlage seit acht Jahren

Diese heftige Niederlage beim sechsten Aufeinandertreffen ist nicht nur die erste überhaupt gegen den FC Rapperswil-Jona, sondern auch eine historische. Seit dem 22. August 2009 hat der FC Schaffhausen nicht mehr mit fünf Toren Differenz verloren. Damals hiess der Sieger noch auf der Breite FC Lugano, der die Munotstädter mit 5:0 deklassierte. Ebenfalls besteht nun erneut die Tatsache, dass die Schaffhauser während seiner Vereinshistorie einmal mehr die schon fast standesgemässe Saisonpleite gegen einen Aufsteiger erfahren mussten. Das Team hat nun 13 Tage Zeit, um Ursachenforschung zu betreiben und gegen einen unberechenbaren und sich im Aufwind befindenden FC Wohlen die richtige Antwort auf dem Platz präsentiert.

Telegramm

FC Rapperswil-Jona 1928 - FC Schaffhausen 5:0 (2:0)
Grünfeld - 876 Zuschauer - SR: Nicolas Jancevski
Tore: 16. Jaggy 1:0, 37. Shabani 2:0, 63. Mychell Chagas 3:0, 74. Mychell Chagas 4:0, 77. Mychell Chagas 5:0.
Rapperswil-Jona: Yanz; Güntensperger, Kllokoqi, Simani, Elmer; Shabani, Rohrbach, Jaggy, Schwizer (84. Teixeira); Kubli (79. Pecci); Mychell Chagas (86. Da Silva).
Schaffhausen: Nikolic; Loosli, Mevlja, Rhyner; Bunjaku; Paulinho, Sessolo (75. Barry), Castroman, Mikari (46. Tranquilli); Cicek, Dangubic (46. Del Toro).
Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Staubli, Mustafi, Vranjes (alle verletzt), Falciano, Wicht, Kleiber, Ramadani und Helbling (alle nicht im Aufgebot). Schaffhausen ohne Demhasaj (gesperrt), Matic, Gül, Lika (alle verletzt) und Vannuca (nicht im Aufgebot). - 37. Nikolic hält Foulpenalty von Mychell Chagas. 66. Lattenschuss Castroman. 73. Lattenschuss von Schwizer. 74. Lattenschuss von Schwizer.
Verwarnungen: 36. Nikolic (Foul), 38. Bunjaku (Foul), 59. Sessolo (Trikotzupfen), 66. Yanz (angebliche Spielverzögerung), 67. Mychell Chagas (Foul).

Heftige Ohrfeige für den FCS

Telegramm

FC Rapperswil-Jona
FC Schaffhausen
Saturday, 30.09.2017 | 19:00 Uhr
Sportanlage Grünfeld, Rapperswil-Jona

Resultat: 5:0 (2:0)

Zuschauer: 876

Torschützen

16' Kim Jaggy 1:0
37' Egzon Shabani 2:0
63' Da Silva Mychell Chagas 3:0
74' Da Silva Mychell Chagas 4:0
77' Da Silva Mychell Chagas 5:0

Karten

36' Dorde Nikolic (Foul)
38' Imran Bunjaku (Foul)
59' Hélios Sessolo (Trikotzupfen)
66' Diego Yanz (angebliche Spielverzögerung)
67' Da Silva Mychell Chagas (Foul)

Hauptsponsoren