Duselsieg im Derby

Freitag, 22.09.2017 | 09:09 Uhr

Knappe Geschichte. Gegen einen aufsässigen FC Winterthur erkämpft sich der FCS ein glücklicher 2:0-Sieg und übernimmt wieder die Tabellenspitze.

Das sind eben Spiele, die auch dann gewonnen werden, auch wenn die Leistung überhaupt nicht dem entspricht, wie man sich das vorstellt. Nach zwei Niederlagen gegen Aufstiegsaspirant Servette FC (2:3) und im Cup gegen den Erstligisten Münsingen (0:1) hat die Mannschaft den Turnaround geschafft, auch wenn die Verunsicherung auf dem Platz nicht zu verbergen gewesen ist. Lediglich drei Schüsse auf das gegnerische Tor hat der Gastgeber zustande gebracht, während die Winterthurer besonders im ersten Durchgang das Zepter an sich gerissen haben und einige Male knapp an der Führung vorbeigeschrammt sind. Die beste Gelegenheit bot sich Silvio nach 25 Minuten, nachdem Rückkehrer Dorde Nikolic bei einem Rettungsversuch Manuel Sutter im Sechzehner von den Beinen holte. Der Keeper entschärfte das Geschoss vom Elfmeterpunkt mit einer Selbstverständlichkeit, wie das von den meisten FCS.-Akteuren in anderen Situationen ebenfalls zu wünschen gewesen wäre. Nikolic erhielt gegenüber Predrag Pribanovic den Vorzug, nachdem der serbische Hüter sich von einem Muskelfaserriss erholt hatte. Und die Basel-Leihgabe musste doch einige brenzlige Situationen bereinigen, wie beispielsweise Sutters Abschlussversuch nach einer halben Stunde.

Ohne Plan, dafür mit Effizienz

Nimmt man die erste Halbzeit als Massstab, ist der FCS nicht mehr zu erkennen gewesen. Die schnellen Vorstösse, wie das Trainer Boris Smiljanic vorgegeben hatte, blieben aus, stattdessen spielten die Akteure den Ball immer wieder mit Kurzpässen auf die Innenverteidigung zurück. Ohne Plan, ohne Ideen liefen sie teilweise etwas orientierungslos über den Kunstrasen, bis das Leder verloren ging und die Gäste aus der Eulachstadt zum Gegenangriff bliesen. Allerdings ist es der Ineffizienz der Winterthurer zu verdanken, dass sie sämtliche Optionen verpassten, um selbst in Führung zu gehen. So auch nach 62 Minuten, als ein Corner Robin Husers Silvio nur knapp am Gehäuse vorbei köpfelte. 65 Minuten benötigte das Heimteam, ehe endlich eine zählbare Chance herausschaute. Eine Flanke von Paulinho hätte Hélios Sessolo nur noch einzuschieben brauchen, doch dieser brachte das Kunststück fertig, das Leder neben den linken Pfosten zu setzen. Als dann Miguel Castroman drei Minuten später einen der wenigen FCS-Konter lancierte und Tunahan Cicek bediente, keimte erneut Hoffnung auf. Dieser zog in den Strafraum hinein und zog ab. Castroman berührte den Ball ganz leicht, was offenbar FCW-Goalie Matthias Minder irritierte und den Schuss ins Netz zischen sah.

Sessolo per Penalty zur Entscheidung

So quasi aus dem Nichts hievte sich Gelb-Schwarz mit dieser einen Szene wieder auf den Leaderthron, wo sich Neuchâtel Xamax FCS am Vorabend dank einem 3:2-Sieg gegen den direkten Konkurrenten Servette FC einnistete. Weil die Eulachstädter kein Rezept wussten, diesen knappen Rückstand aufzuholen, hielt dieses Resultat Bestand. Kurz vor Matchende musste Luca Radice nach einem harmlosen Foul an Sessolo mit der zweiten Verwarnung frühzeitig vom Feld und als der immer mehr aufblühende Marko Dangubic in der 87. Minute von Denis Markaj im Strafraum zu Fall gebracht wurde, kam Sessolo in den Genuss die endgültige Entscheidung herbeizuführen. Der 24-jährige Genfer liess sich nicht zweimal bitten und traf souverän vom Punkt zum 2:0 Schlussergebnis.

Nun gegen torimpotente Wiler

Schon am kommenden Montag tritt der FCS wieder an, dann auswärts beim FC Wil 1900 in der IGP-Arena, der mittlerweile am Tabellenende angelangt ist, auch wenn die Äbtestädter zuletzt beim Aufsteiger FC Rapperswil-Jona beim 0:0 einen Punkt vom Grünfeld entführten. Allerdings haben die St. Galler schon seit dem 05. August keinen Treffer mehr erzielt, was die Aufgabe für das Team um Trainer Konrad Fünfstück nicht einfacher macht. Auch das letzte Spiel des ersten Quartals wird im Teleclub Zoom und im Radio Munot übertragen.

Telegramm

FC Schaffhausen - FC Winterthur 2:0 (0:0)
LIPO Park - 2213 Zuschauer - SR: Alessandro Dudic
Tore: 69. Cicek 1:0, 87. Sessolo (Foulpenalty) 2:0.
Schaffhausen: Nikolic; Loosli (71. Mevlja), Neitzke, Rhyner; Paulinho, Lika, Bunjaku, Mikari (79. Gonçalves); Castroman; Cicek (71. Dangubic), Sessolo.
Winterthur: Minder; Stettler, Markaj, Lopez, Schättin; Lanza (75. Duah); Huser, Radice; Ulrich (80. Sliskovic), Silvio, Sutter.
Bemerkungen: Schaffhausen ohne Matic, Gül (beide nicht im Aufgebot), Grasseler, Fioravanti, Vannuca und Demhasaj (alle nicht im Aufgebot). Winterthur ohne Ljubicic (gesperrt), Gazzetta, Roth (beide verletzt), Zimmerli, Di Gregorio, Simic und Krasniqi (alle nicht im Aufgebot). - 25. Nikolic hält Foulpenalty von Silvio.
Verwarnungen: 60. Radice (Foul), 77. Ulrich (Foul).
Platzverweis: 82. Radice (Foul, 2. Gelbe Karte).

Duselsieg im Derby

Telegramm

FC Schaffhausen
FC Winterthur
Thursday, 21.09.2017 | 20:00 Uhr
LIPO Park, Schaffhausen

Resultat: 2:0 (0:0)

Zuschauer: 2213

Torschützen

69' Tunahan Cicek 1:0
87' Hélios Sessolo (Foulpenalty) 2:0

Karten

69' Luca Radice (Foul)
77' Dario Ulrich (Foul)
82' Luca Radice (Foul)

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