Gegen Münsingen aufgelaufen

Sonntag, 17.09.2017 | 12:09 Uhr

Die Sandreutenen bleibt kein gutes Pflaster für den FCS. Auch beim ersten Gastspiel seit exakt 16 Jahren tauchen die Munotstädter. Eine 0:1-Cup-Pleite in Münsingen, die so ziemlich schmerzt.

Endlich hätte der FC Schaffhausen die Möglichkeit gehabt, die leichte Negativbilanz gegen den FC Münsingen auszubessern. Aus bislang vier Begegnungen aus den Jahren 2000-2002 resultierten zwei Unentschieden, einen Sieg und eine Niederlage bei einem Torverhältnis von 4:5. Doch, wie bereits vor einer Woche, als der FCS mit dem siebten Startsieg in eine Saison die Vereinschronik mit dem bestem Meisterschaftsstart aller Zeiten hätte aufpolieren können, bleibt ihm die Kosmetika gegen die Aaretaler ebenso verwehrt, wie bei der Niederlage bei Servette FC. Die Genfer übrigens wurden zur gleichen Uhrzeit wie die Schaffhauser aus dem Cup geworfen, dies dank einem Tor von Shkelqim Demhasaj, der mittlerweile für den FC Luzern im Einsatz steht. Ein solch unberechenbarer Knipser wie «Mimi» hat bei der Cupaffiche gegen den Erstligisten gefehlt, wie das während des Spielverlaufs augenscheinlich geworden ist. Zwar haben die Nordostschweizer die Partie mit viel Effort begonnen, aber Zählbares hat dabei nicht herausgeschaut. Vielmehr bäumte sich der Underdog schon früh auf, was Antonius Dreher nach einem Corner schon in der 7. Minute unter Beweis stellte und die Hintermannschaft des Favoriten erstmals prüfte.

Kein Durchkommen für den FCS

Die Partie nahm erst nach einer halben Stunde so richtig Fahrt auf, als zuerst Hélios Sessolo mit einem Freistoss FCM-Keeper Patrick Karrer prüfte. Kurz darauf zirkelte Miguel Castroman die Kugel auf Tunahan Cicek, der die vermeintliche Führung auf dem Fuss hatte, wäre da nicht Lukas Schenkel, der im letzten Moment den Schuss auf der Torlinie abwehren konnte. Nachdem Sekunden später Sessolo aus 22 Metern erneut zu einem Versuch ansetzte, lancierte der Gastgeber im Anschluss einen ersten schnellen Konter über Patric Gasser und Markus Hubacher, worauf FCS-Hüter Predrag Pribanovic mit einem Reflex den Ball zum Corner ablenkte. Sandro Christen brachte den Eckball direkt auf Antonius Dreier, der eiskalt zur glücklichen 1:0-Führung einschob. Trotz mehrheitlichem Ballbesitz schaffte es der FCS nicht zu reagieren, vielmehr wirkte er teilweise etwas fahrig und nervös, wie sich das in einem Beispiel zeigte, als kurz vor der Pause Paulinho und Daniel Mumenthaler dem Publikum eine Ringkampfeinlage präsentierten.

Ampelkarte gegen Del Toro

Es schien, als hätte Trainerlegende Kurt Feuz, der den FC Münsingen schon seit nunmehr 30 Jahren betreut, sein Team perfekt auf den FC Schaffhausen eingestimmt. Für den haushohen Favoriten gab es praktisch kein Durchkommen gegen die solide Abwehr der Aaretaler. So rann die Zeit vorüber und gegen den Challenge League-Leader, der nach wie vor kein Mittel fand, seinen aufmüpfigen Gegner zu brechen. Der junge Danilo Del Toro, der nach 66 Minuten für Luca Tranquilli ins Spiel kam, war so geladen, dass er sich kurz vor Schluss noch eine Verwarnung einhandelte, als er sich nach einem Fehlentscheid des Schiedsrichters mit dem Torschützen Antonius Dreier anlegte und ihn mit der Schulter etwas stiess. Der rund 20 Zentimeter grössere Gegenspieler fiel doch etwas gar leicht. Dass Del Toro kurz darauf einen Münsinger Konter mit einem taktischen Foul unterbinden musste und deshalb mit einer Ampelkarte des Feldes verwiesen wurde, war auch für seinen Gemütszustand zu viel. Wie aber auch bei den restlichen Protagonisten, dessen Schock beim Schlusspfiff förmlich ins Gesicht geschrieben war. Auch bei Goalie Pribanovic, dem Sekunden vor Ende beinahe noch der Ausgleich gelungen war.

Vaterfreuden bei André Luis Neitzke

So bleibt dem FC Schaffhausen ein mögliches Highlight gegen einen Super League-Verein in dieser Cupsaison verwehrt, während Münsingen den sehnlichen Wunsch äussert, endlich mal gegen die Young Boys aus Bern antreten zu dürfen. Trotz diesem konsternierenden Resultat muss die Truppe von Boris Smiljanic im Derby gegen den FC Winterthur eine deutliche Reaktion zeigen. Bis dann wird übrigens auch Captain André Luis Neitzke wieder dem Team zur Verfügung stehen, der die Reise nach Münsingen nicht angetreten ist. Dies, weil ihm seine Frau Camilla einen Sohn namens Adam schenkte. Immerhin eine positive Nachricht von diesem ereignisreichen Samstag. Vielleicht mag es auch etwas trösten, dass der FC Schaffhausen nach dem Aufstieg 2013 in die Challenge League, als man Vaduz lange Paroli im Aufstiegskampf bot, ebenfalls früh aus dem Cup ausschied, dafür aber eine tolle Meisterschaft lieferte.

Telegramm

FC Münsingen - FC Schaffhausen 1:0 (1:0)
Sandreutenen – 1000 Zuschauer: SR: Vladimir Ovcharov.
Tor: 34. A. Dreier 1:0.
Münsingen: Karrer; Strahm, A. Dreier, Schenkel, Thalmann; Christen (78. Funaro), M. Dreier, Hubacher (60. Murina), Lavorato; Gasser, Mumenthaler (66. Erzinger).
Schaffhausen: Pribanovic; Loosli, Mevlja, Rhyner; Paulinho, Lika (55. Dangubic), Bunjaku,  Tranquilli (66. Del Toro); Castroman; Cicek (73. Barry), Sessolo.
Bemerkungen: Münsingen ohne Selmani (verletzt), Fryland und Salihi (beide nicht im Aufgebot). Schaffhausen ohne Mikari (krank), Gül, Matic, Nikolic (alle verletzt), Neitzke, Vannuca und Demhasaj (alle nicht im Aufgebot). - 32. Schenkel rettet auf der Linie.
Verwarnungen: 24. Lika (Foul), 29. Strahm (Foul), 67. Max Dreier (Unsportlichkeit), 80. Antonius Dreier (Foul), 86. Sessolo (Foul), 91. Del Toro (Unsportlichkeit).
Platzverweis: 94. Del Toro (Notbremse, zweite Gelbe Karte).

Gegen Münsingen aufgelaufen

Telegramm

FC Münsingen
FC Schaffhausen
Saturday, 16.09.2017 | 17:30 Uhr
Sandreutenen, Münsingen BE

Resultat: 1:0 (1:0)

Zuschauer: 1000

Torschützen

34' Antonius Dreier 1:0

Karten

24' Bujar Lika (Foul)
29' Patrick Strahm (Foul)
67' Max Dreier (Unsportlichkeit)
80' Antonius Dreier (Foul)
86' Hélios Sessolo (Foul)
91' Danilo Del Toro (Unsportlichkeit)
94' Danilo Del Toro (Notbremse)

Hauptsponsoren