FCS weiterhin nicht zu bremsen

Sonntag, 27.08.2017 | 22:08 Uhr

Auch gegen den Super League-Absteiger FC Vaduz zeigt sich der FC Schaffhausen von der makellosen Seite und kratzt mittlerweile am Vereinsrekord. Nach der Partie wurde Trainer Murat Yakin von den Fans herzlich verabschiedet und von den Spielern auf Händen getragen.

Die liechtensteinischen Journalisten sowie einige Vaduzer Supporter gratulierten nach Spielschluss dem FCS bereits zum Aufstieg. Doch bei allem Optimismus wäre es vermessen, die Glückwünsche jetzt entgegen zu nehmen. Einerseits sind noch 90 Punkte zu verteilen, andererseits hat jede Mannschaft während einer Saison auch mal Schwächephasen. Kommt dazu, dass nach einer turbulenten Woche nach der Partie gegen Vaduz der Baumeister des Teams Schaffhausen endgültig verlässt und sich ab morgen um den Super League-Patienten Grasshopper Club Zürich kümmert. Immerhin wird Hakan Yakin den neuen FCS-Coach Boris Smiljanic während den kommenden vier Wochen einarbeiten. So viel sei schon verraten: Der neue Übungsleiter pflegt eine ähnliche Philosophie wie der scheidende Murat Yakin. In der kommenden Woche wird Smiljanic in Form einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt. Der FC Schaffhausen wird darüber noch informieren.

Zähflüssiger Beginn

Es war der Mannschaft doch etwas anzumerken, dass Murat Yakin zum letzten Mal an der Seitenlinie stand. Die ersten zehn Minuten waren geprägt von Fehlpässen auf allen Linien, Schwerfälligkeit und Unkonzentriertheit dominierten das Geschehen in der Startphase. Die Liechtensteiner hätten daraus eigentlich Profit schlagen müssen, erarbeiteten sie sich doch einige gute Szenen, die allerdings nicht fertig gespielt wurden. Darum blieb es vor Keeper Dorde Nikolic mehrheitlich ruhig. Erst in der Mitte der ersten Halbzeit erwachte der Gastgeber und hätte gar in Führung gehen können. So trat in der 25. Minute Miguel Castroman einen Freistoss, dessen Abnehmer André Luis Neitzke beinahe ein spektakulärer Treffer gelungen wäre. Von der Grundlinie aus köpfelte der Captain den Ball in Richtung Tor, traf diesen allerdings nicht wunschgemäss, sodass das Leder knapp am Gehäuse vorbeiflog. Auch Castroman verpasste das 1:0, einmal nach Zuspiel von Tunahan Cicek, eine Minute später nach einer Sessolo-Flanke. Kurz vor dem Pausentee durften die Einheimischen doch noch jubeln. Nachdem Marko Devic Noah Loosli ziemlich rüde von den Beinen holte und mit Gelb bestraft wurde, zirkelte Castroman den Freistoss auf den vorhin Gefoulten. Dessen Ablenker per Fuss verfehlte Goalie Peter Jehle und prallte vom Pfosten zurück vor die Torlinie, worauf Imran Bunjaku als erster herankam und das Leder in die Maschen drosch.

Dank Effizienz zum Sieg

Nach dem Seitenwechsel machten die Gäste aus dem Fürstentum Liechtenstein ordentlich Dampf. Zuerst versuchte sich Nicolas Jüllich in der 50. Minute mit einem Flachschuss, vier Minuten später lancierte Mohamed Coulibaly seinen Kollegen Enrico Schirinzi, allerdings rettete Loosli etwa drei Meter vor dem Tor. Schaffhausen hätte sich in dieser Phase nicht beklagen können, hätte Vaduz den Ausgleich erzielt. Dagegen unternahm der Gastgeber nach einer Stunde auf effiziente Art Entscheidendes: Thomas Konrad köpfelte ein langes Zuspiel Neitzkes in die Mitte, wo Hélios Sessolo den Ball direkt zu Castroman weiterleitete. Dieser bediente Cicek, der gleich zum Schuss ansetzte und Jehle zum 2:0 bezwang. Auch der dritte Schaffhauser Treffer kam wegen eines Vaduzers zustande, weil der erfahrene Tomislav Puljic eine Hereingabe von Luca Tranquilli stoppte und nicht bemerkte, dass der hinter ihm bereit stehende Konrad das Leder aus der Gefahrenzone schiessen wollte. Nutzniesser war der gleich nebenan positionierte Castroman, der den gestoppten Ball eiskalt versenkte. Immerhin gelang Franz Burgmeier nach 81 Minuten den Ehrentreffer für die Liechtensteiner. Es war der erste Treffer eines Gastteams nach 261 Minuten Spielzeit der neuen Saison. Murat Yakin feierte nach Spielschluss zuerst mit den Fans den siebten Sieg in Folge (6 Meisterschaft, 1 Cup) und gleichzeitig auch seinen Abschied mit der gesamten Mannschaft, die sich dazugesellte. Das Publikum bedankte sich mit einer Standing Ovation.

Vereinsrekord egalisiert

Sechs Siege in den ersten sechs Meisterschaftspartien gelangen in der neuen Challenge League noch keiner Mannschaft. Immerhin hat der FC Schaffhausen zwei Altzeitrekorde egalisiert. Es ist die drittbeste Marke überhaupt in der Vereinsgeschichte. In der Saison 1933/34 schaffte der damalige FC Schaffhausen-Sparta ebenfalls sechs Siege in Folge, ehe die Partie Nummer 7 gegen die Young Fellows Zürich II (heute SC YF Juventus Zürich) mit 1:2 verloren ging. Das Torverhältnis nach 6 Runden mit 37:8 war beeindruckend. In der Saison 1949/50 gewann der FC Schaffhausen erneut die ersten sechs Spiele, während das Torverhältnis von 18:2 demjenigen von der aktuellen Meisterschaft ähnlich war. In der 7. Runde mussten die Munotstädter beim Heimderby gegen den FC Winterthur nach einem 1:1 die Punkte teilen. In beiden Meisterschaften spielte der FCS damals jeweils in der dritthöchsten Liga. Sechs Siege nach sechs Spielen heisst es auch jetzt, das Torverhältnis von 18:3 beschert dem FCS den drittbesten Start in der Geschichte. Sollte nach der Meisterschaftspause beim schwierigen Gastspiel gegen den Mitfavoriten Servette FC der siebte Sieg eingefahren werden, wäre dies der erfolgreichste Saisonstart aller Zeiten.  

Telegramm

FC Schaffhausen – FC Vaduz 3:1 (1:0)
LIPO Park – 2310 Zuschauer: SR: Nicolas Jancevski
Tore: 43. Bunjaku 1:0, 62. Cicek 2:0, 77. Castroman 3:0, 91. Burgmeier 3:1.
Schaffhausen: Nikolic; Loosli, Neitzke, Rhyner; Bunjaku; Paulinho, Lika (80. Mevlja), Castroman, Mikari (63. Gonçalves); Cicek (63. Tranquilli), Sessolo.
Vaduz: Jehle; von Niederhäusern, Bühler (46. Kamber), Puljic, Borgmann; Konrad, Jüllich (74. Gajic), Ciccone; Schirinzi, Coulibaly; Devic (46. Burgmeier).
Bemerkungen: Schaffhausen ohne, Gül, Matic, Barry (alle verletzt), Grasseler (rekonvaleszent), Vannuca und Demhasaj (beide nicht im Aufgebot). Vaduz ohne Pfründer, Mathys, Felfel, Brunner, Muntwiler (alle verletzt), Majer, Ospelt, Kaufmann und Sherko (alle nicht im Aufgebot) – 43. Pfostenschuss Loosli.
Verwarnungen: 42. Devic (Foul), 55. Burgmeier (Foul). 

FCS weiterhin nicht zu bremsen

Telegramm

FC Schaffhausen
FC Vaduz
Sunday, 27.08.2017 | 16:00 Uhr
LIPO Park, Schaffhausen

Resultat: 3:1 (1:0)

Zuschauer: 2310

Torschützen

43' Imran Bunjaku 1:0
62' Tunahan Cicek 2:0
77' Miguel Castroman 3:0
81' Franz Burgmeier 3:1

Karten

42' Marko Devic (Foul)
55' Franz Burgmeier (Foul)

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