Dritter Sieg in Folge - FCS nicht zu stoppen

Sonntag, 05.03.2017 | 10:03 Uhr

Charaktertest bestanden! In einer ordentlich gepfefferten Partie flogen einmal mehr die Fetzen, doch in überzeugender Manier sicherte sich der FC Schaffhausen im Gastspiel bei Neuchâtel Xamax FCS drei weitere wichtige Punkte und verlässt erstmals seit dem 04. Dezember 2016 den Abstiegsplatz.

Es ist wohl ausgeträumt für Xamax. Der erste Aufstiegsaspirant nebst dem Ligakrösus FC Zürich wird ziemlich sicher auch nächste Saison die Brack.ch Challenge League bereichern. Mit 14 Verlustpunkten Rückstand auf den Leader ist die Aufholjagd nach der 0:2-Niederlage gegen den FC Schaffhausen höchstwahrscheinlich abrupt beendet worden. So abgeklärt wie die Munotstädter auftraten, fanden die Neuenburger keine Mittel, sich erfolgreich zur Wehr zu setzen. Mit dem Selbstvertrauen aus den beiden gewonnenen Spielen gegen den FC Winterthur und FC Wil 1900 fegte der FCS wie ein Orkan durch das Stade de la Maladière, ähnlich wie die stürmische Bise, die sich schon vor Spielbeginn bemerkbar machte.

Djuric‘ Platzverweis als Knackpunkt

In der schmucken Xamax-Arena gab es in den letzten Begegnungen manch hoch explosive Entscheidungen, die oftmals gegen die Schaffhauser ausgingen. Entsprechend gespannt waren die rund 2000 Zuschauer, wie sich die Neuauflage zwischen dem Tabellenzweiten und dem Schlusslicht gestalten würde. Bereits nach 16 Minuten liefen die Emotionen auf höchstem Level, als Igor Djuric den in den Sechzehner preschenden Yassin Mikari - er ersetzte Luca Tranquilli, der wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel geschont wurde - nur noch mit einem Notbremsefoul stoppen konnte. Schiedsrichter Urs Schnyder entschied folgerichtig auf Penalty und bestrafte den Sünder mit der direkten Roten Karte. Steven Lang schnappte sich die Kugel und schob diese unhaltbar für Keeper Laurent Walthert halbhoch in die linke Seite und markierte seinen achten Saisontreffer für die Nordostschweizer. Xamax-Trainer Michel Decastel reagierte umgehend und brachte Matheus Leoni auf der Position des ausgeschiedenen Djuric. Doch der 25-jährige Abwehrspieler fand den Tritt überhaupt nicht in die Partie und entpuppte sich als grosser Unsicherheitsfaktor in der Neuenburger Abwehr, was die Gäste aus Schaffhausen immer wieder auszunutzen wussten.

Emotionen schwappten erneut über

Keine zehn Minuten später kochte der Hexenkessel endgültig über. FCS-Goalie Mateo Matic spurtete intuitiv aus dem eigenen Strafraum, als Charles-André Doudin einen etwas zu steil geratenen Pass auf Raphaël Nuzzolo schlug, als die beiden Akteure ineinander prallten. Bevor Ref Schnyder diese Szene überhaupt sanktionieren konnte, kam es auf dem Feld zu einem Gerangel aus einem 21-köpfigen Spielerknäuel, während Walthert sich an der Seitenlinie mit den Assistenten anlegte. Nach heftigen Diskussionen entschied der Schiedsrichter auf Freistoss für das Heimteam und zeigte dem FCS-Hüter den Gelben Karton. Sehr zum Entsetzen der Xamaxiens, die bei dieser Intervention einen Platzverweis forderten. Mittlerweile mischten sich auch sämtliche rot-schwarze Funktionäre in die beinahe überbordende Diskussion ein. Doch alles Lamentieren nützte nichts und der anschliessende Freistoss, ausgeführt durch Nuzzolo, landete schliesslich im Gästesektor. Die sich bereits im Siedepunkt befindende Affiche erlebte in dieser Phase ihren emotionalen Höhepunkt.

FCS abgeklärt aus dem Tabellenkeller

Toppen konnte dies der FC Schaffhausen unmittelbar nach Wiederbeginn der zweiten Halbzeit, als nach 63 Sekunden eine Flanke von Steven Lang den Kopf von Faruk Gül fand, der mit aller Kraft das Leder in die Maschen stiess. Sein erster Treffer übrigens seit dem 05. November 2016. Damals der Gegner: Xamax. Dieses eher unerwartete 2:0 verwandelte den Gastgeber in eine Lethargie, aus der das Team nicht mehr herauskam. Vielmehr kontrollierte der FC Schaffhausen das Spielgeschehen und liess bis zum Schluss nichts mehr anbrennen. Einziger Kritikpunkt war - wie schon in den Spielen zuvor - die mangelnde Effizienz. Auch ein dritter oder vierter Treffer wäre durchaus im Bereich des Möglichen gewesen. Doch der FCS brachte den dritten Sieg in Folge ohne Probleme in trockene Tücher und setzte ein grosses Ausrufezeichen an die Konkurrenten FC Wohlen (verlor 0:2 gegen Servette FC), FC Winterthur (heute beim FC Le Mont-sur-Lausanne im Einsatz) und FC Chiasso 1905 (heute zu Gast beim FC Zürich). Belohnung für den leidenschaftlichen Einsatz ist der temporäre siebte Tabellenrang, während die Eulachstädter neu das Schlusslicht zieren.

Telegramm

Neuchâtel Xamax FCS – FC Schaffhausen 0:2 (0:1)
Maladière – 2023 Zuschauer – SR: Urs Schnyder
Tore: 17. Lang (Foulpenalty) 0:1, 47. Gül 0:2.
Xamax: Walthert; Gomes, Sejmenovic, Djuric, Gonçalves; Veloso, Corbaz (56. Ramizi); Nuzzolo (72. Duah), Doudin, Teixeira (21. Leoni); Karlen.
Schaffhausen: Matic; Lekaj, Neitzke, Demiri, Mevlja; Paulinho, Taipi (89. Rhyner), Zock, Mikari (45. Demhasaj); Gül (65. Bunjaku), Lang.
Bemerkungen: Xamax ohne Farine, Sallaj (beide gesperrt), Jacot, Witschi, Senger, Odabasi, Mulaj und Kilezi (alle nicht im Aufgebot). Schaffhausen ohne Grasseler, Gonçalves, Fioravanti, Tranquilli, Zuli, Facchinetti, Wellhäuser (alle verletzt), Baumgartner und Zornjak (beide nicht nominiert). - 45. Mikari angeschlagen ausgeschieden.
Verwarnungen: 21. Paulinho (Foul), 27. Matic (Foul), 28. Nuzzolo (Reklamieren), 55. Veloso (Foul), 72. Demiri (Foul).
Platzverweis: 17. Djuric (Notbremsefoul).

Telegramm

Neuchâtel Xamax FCS
FC Schaffhausen
Saturday, 04.03.2017 | 19:00 Uhr
Stade de la Maladière, Neuenburg

Resultat: 0:1 (0:2)

Zuschauer: 2023

Torschützen

17' Lang 1:0
47' Gül 2:0

Karten

17' Djuric
21' Paulinho
27' Matic
28' Nuzzolo
55' Veloso
72' Demiri

Hauptsponsoren