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Spielbericht
 
FCS mit dem geplanten Arbeitssieg

Einen Schönheitspreis gewinnt der FC Schaffhausen in Wohlen zwar nicht. Aber der 1:0-Sieg im Aargau beschert dem Club drei wichtige Punkte im Abstiegskampf – und den Spielern als Ostergeschenk zwei freie Tage.

Die Schaffhauser bejubeln das 1:0-Siegestor von André Luis Neitzke. Bild: Alexander Wagner

von Tobias Erlemann

So macht selbst das Schuheputzen nach dem Spiel Spass. FCS-Captain André Luis Neitzke hatte ein Lächeln auf den Lippen, während er seine Treter fleissig schrubbte. Das Tor des Tages hatte er selbst erzielt, die Abwehr hatte über 90 Minuten dicht gehalten. Der Brasilianer konnte sich im Spielzeugnis ein Sternchen abholen. «Wir haben zwar nicht toll gespielt, aber am Ende zählen die Punkte», trifft das Fazit des 30-Jährigen genau ins Schwarze. Dieses 1:0 in Wohlen war ein reiner Arbeitssieg. Der FCS agierte nicht so überragend wie zuletzt beim 5:0 über den FC Chiasso. Nur schwer fanden die Munotstädter in die Partie, offensiv blieb vieles Stückwerk. Und das, obwohl Coach Murat Yakin sogar auf einen Dreiersturm gesetzt hatte mit Steven Lang, Shkelqim Demhasaj und Luca Tranquilli in vorderster Front. So sahen die 748 Zuschauer ein Spiel mit wenigen Höhepunkten und reichlich Leerlauf.

Während die klare Struktur über 90 Minute oft fehlte, war das Siegestor in der 43. Minute schon vorab geplant, wie FCS-Goalie Mateo Matic offenbart: «Wir haben die ganze Woche über sehr intensiv Standards geübt. Das hat sich heute ausbezahlt.» Wohlen konnte seine Stärke bei ruhenden Bällen ob dieser Lektionen nicht einbringen. Und der FCS selbst stach kurz vor der Pause eiskalt zu. Ein scharf getretener Freistoss von Gjelbrim Taipi landete auf dem Kopf von Neitzke. Und der Leader nickte unerschrocken ein zu seinem ersten Saisontor. Davor und danach mussten die Gäste aber auch selbst einige brenzlige Situationen überstehen, mal rettete die Latte bei einem Schuss von Janick Kamber (63.). Ansonsten stand Matic wie eine Felswand im Goal und lieferte eine bärenstarke Leistung zwischen den Pfosten ab. «Es hat sich heute sehr gut angefühlt, ich konnte mich mehrfach auszeichnen. Aber das ist schliesslich mein Job», bleibt der 21-jährige FCS-Goalie auch im Erfolgsfall angenehm bescheiden. Für Coach Yakin war die Leistung seines Keepers aber keine Überraschung. «Wir wissen um sein Potenzial. Ich freue mich für ihn, dass er sich so auszeichnen konnte.»

Eine starke Keeperleistung bedeutet aber im Umkehrschluss, dass der Gegner auch zu Chancen kam. Speziell Mitte der zweiten Halbzeit hatte Wohlen eine längere Druckphase. Auch, nachdem Ex-FCS-Goalgetter Igor Tadic aufs Feld beordert wurde (66.). Keine 30 Sekunden auf dem Platz, schoss er gleich gefährlich. Die Enttäuschung nach dem verlorenen Spiel war dementsprechend gross. «Der Sieg des FCS ist glücklich. Aber nicht unverdient, wir haben kein Tor geschossen und waren über die gesamte Partie nicht zwingend genug», übt Tadic Selbstkritik.

Vor der Partie musste Yakin noch eine gewichtige Umstellung vornehmen. Abwehr-Leader Muhamed Demiri musste mit einer Grippe zu Hause das Bett hüten, dafür kam Youngster Jean-Pierre Rhyner zu seinem Startelf-Debüt. Der 21-Jährige, wie Matic von GC Zürich ausgeliehen, hatte in der Dreierabwehr neben Granit Lekaj und Neitzke alles im Griff. Einzig die Stimme litt unter dem Spiel. «Ich habe so viel geschrien, jetzt bin ich heiser», entschuldigte sich Rhyner für seine dünne Stimme nach dem Match. Doch mit seiner Zweikampfstärke und auch Übersicht ist das Abwehrtalent eine weitere starke Alternative im Saisonendspurt. Und dort geht es nun nicht mehr rein um den Klassenerhalt. Mit den drei Punkten in Wohlen ist das Abstiegsgespenst aus Schaffhausen verbannt worden. So sieht es auch Neitzke. «Wir können jetzt ein wenig nach oben schauen und Aarau auf Platz 4 angreifen», gibt sich der brasilianische Abwehrmann offensiv, sind es bis zu den Aargauern doch nur noch drei Punkte.

Ganz so euphorisch ist Trainer Yakin (noch) nicht – und mahnt zur Besonnenheit. «Ich sage den Jungs immer, sie dürfen nie vergessen, wo wir herkommen. Im Winter hatte uns doch jeder schon abgeschrieben. Und so lange rein rechnerisch noch nichts entschieden ist, so lange sollten wir uns mit der Nichtabstiegsfeier noch zurückhalten», erklärt der 42-Jährige. Zur Entspannung hat Yakin nach dem Sieg ein kleines Ostergeschenk für seine Spieler parat. Nach dem heutigen Auslaufen gibt es zwei Tage frei, um Beine und Kopf vor dem Spiel beim FC Le Mont zu regenerieren. «Das brauchen die Jungs jetzt auch mal, wir haben intensive Wochen hinter uns», sagt Yakin – und erntet dafür von der Fraktion der «Schuhe putzenden Spieler» am Wassertrog ein zufriedenes Lächeln.

Telegramm

FC Wohlen - FC Schaffhausen 0:1 (0:1)
Niedermatten - 748 Zuschauer - SR: Saoud Ali Al-Adba (Qatar)
Tor: 43. Neitzke 0:1.
Wohlen: Kiassumbua; Hajrovic, Stahel, Muslin (66. Tadic); von Niederhäusern, Foschini (75. Seferi), Bicvic, Kamber; Schultz; Pacar, Dangubic (66. Pagliuca).
Schaffhausen: Matic; Lekaj, Neitzke, Rhyner; Paulinho, Zock, Taipi (72. Bunjaku), Mevlja; Tranquilli (56. Gül), Demhasaj (85. Gonçalves), Lang.
Bemerkungen: Wohlen ohne Graf, Castroman (beide verletzt), Giampà, Abegglen, Lotti, Marjanovic, Minkwitz und Stutzer (alle nicht im Aufgebot). Schaffhausen ohne Demiri (krank), Grasseler, Zuli, Mikari (alle verletzt), Baumgartner, Fioravanti, Wellhäuser und Zornjak (alle nicht im Aufgebot). - 55. Lattenschuss von Niederhäusern.
Verwarnungen: 61. Lang (Trikotzupfen), 93. Hajrovic (Foul).

 
- Telegramm 
 
 
FC Wohlen
-
FC Schaffhausen
 
0:1 ( 0:1 )
 
 
Montag, 17.04.2017

Wohlen AG / Niedermatten
748 Zuschauer
 
 
Tore:
43. Neitzke 0:1.
 
 
Gelbe Karten :
61. Lang (Trikotzupfen), 93. Hajrovic (Foul).
 
 
Rote Karten :
-
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