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Spielbericht
 
FCS verkantet sich vor dem Zielsprung

In einer verschneiten Partie führte der FC Schaffhausen bis kurz vor Schluss. Erst in der Nachspielzeit kassierten die Munotstädter das 2:2.


Abgehoben: FCS-Neuzugang Steven Lang (rechts) erzielte in Aarau beide Tore für Schaffhausen. Es reichte nicht zum Sieg, weil die Gastgeber in der Nachspielzeit noch ausgleichen konnten. Nicht nur Lang ärgerte sich darüber. Bild: Roger Albrecht

von Tobias Erlemann

«Wir spielen schliesslich in der Schweiz, da kann es schon mal schneien», sagte FCS-Captain Gianluca Frontino nach dem Spiel. Recht hatte der 27-Jährige. Nur tat die weisse Pracht dem eh schon ramponierten Rasen nicht sonderlich gut. Und das spielerische Element dieses Fussballmatches entglitt immer mehr und mehr.

Dabei war der FC Schaffhausen im Aarauer Brügglifeld gut gestartet. Gleich nach drei Minuten setzte Stürmer Shkelquim Demhasaj mit einem satten Schuss ein erstes Warnzeichen. Nur: Das sollte es länger gewesen sein mit gefährlichen Aktionen des FCS. Aarau nahm das Heft in die Hand. Das neu formierte Schaffhauser Team musste sich erst finden. Denn Coach Murat Yakin hatte die Startaufstellung ordentlich durcheinandergewirbelt. Mit Yassin Mikari, Gjelbrim Taipi, Muhamed Demiri, Steven Lang und später noch Jean-Pierre Rhyner gaben gleich fünf Neue ihr Pflichtspieldebüt im gelb-schwarzen Dress. «Wir mussten ja was ändern im Vergleich zur Hinrunde. Oder hätten wir einfach so weitermachen sollen?», war für Coach Murat Yakin der Debütantenball nicht der Rede wert. Zu reden gab aber, dass mit Frontino der Captain auf der Bank sass. Und die bisherigen Stammspieler Faruk Gül und Luca Tranquilli es nicht mal auf diese schafften, sondern von der Tribüne aus die Aargauer Schneeballschlacht betrachten mussten. Es ist eben jene Qualität und Quantität hinzugekommen, die so oft gefordert wurde. «Konkurrenz belebt das Geschäft, jeder muss sich nun mehr anstrengen», war Gül zwar genervt ob seiner Situation. Doch will er diese mit Einsatz und nicht etwa mit schlechter Laune verbessern.

Doppelpack von Lang

Neben dem neuen Personal scheint nun auch eine gewisse Effizienz erreicht zu werden. Denn bis zur 40. Minute hatte der Gastgeber alles unter Kontrolle. Dann zog es Paulinho in den FCA-Strafraum – und dort wurde er von Juan Pablo Garat umgegrätscht. Keine Diskussionen, der gute Referee Sandro Schärer zeigte auf den Punkt. Und ebenso diskussionslos verwandelte Neu-Stürmer Lang den Ball zum 1:0 für den FCS.

Mit einer Führung im Rücken hatten die Munotstädter schon länger nicht mehr den Pausentee geniessen können. Doch mundete das Getränk vielleicht etwas zu gut, denn direkt nach Wiederanpfiff drängte der FC Aarau auf den Ausgleich. Rein spielerisch wussten auch die Rüebliländer nicht zu überzeugen. Doch sie hatten ein Heilmittel: Standards. Ob Corner oder Freistösse, immer wieder geriet der FCS bei ruhenden Bällen in Not. So machte auch Keeper Ilija Kovacevic nicht den besten Eindruck punkto Strafraumbeherrschung. Und das nutzte der FCA aus: Flanke des sehr agilen Sébastien Wüthrich, Kopfball des Ex-FCS-Knipsers Patrick Rossini – und schon stand es nach 65 Minuten 1:1.

Das Schneetreiben wurde dichter, der Rasen war weiss gepudert, das Spiel plätscherte so dahin. Bis Lang in der 82. Minute sich als Slalomdribbler betätigte, geschickt durch die gegnerische Abwehr wedelte und dann eiskalt abschloss. 2:1 für den FCS, der Jubel war gross, der Matchwinner eigentlich schon auserkoren. «Ich bin glücklich über die zwei Tore, das gibt mir Selbstvertrauen», erklärte Lang. Aber: «Dass wir nicht gewonnen haben, nervt mich total.»

Und der Grund hierfür lag bei den Standards. In der 92. Minute trat Wüthrich wieder an, sein scharf hereingezogener Ball flog an Freund und Feind vorbei ins lange Eck: 2:2, der Ausgleich kurz vor Schluss. «Wir haben uns in einigen Szenen nicht clever angestellt. Wir haben zu viele unnötige Fouls in der gefährlichen Zone bekommen», analysierte Co-Trainer Hakan Yakin nach der Partie.

Das Positive mitnehmen

So verliessen die Schaffhauser Schneefussballer das Brügglifeld mit gemischten Gefühlen. Vor der Partie wäre man mit einem Punkt zufrieden gewesen, erklärte Murat Yakin. «Wir haben hier schliesslich bei einer Mannschaft gespielt, die aufsteigen will.» Darüber konnte sein Gegenüber aber nur schmunzeln. «Da hat Yakin wohl etwas missverstanden. Er hat heute nicht gegen den FC Zürich gespielt», war Marco Schällibaum nach dem Match noch zum Scherzen aufgelegt. Auch wenn er sein Team eigentlich in Front sah, hatte er für den Gegner doch ein Lob. «Schaffhausen hat gut dagegengehalten und sich den Punkt verdient.» So endete das erste Pflichtspiel unter den Yakin-Brüdern mit einem Remis und mit guten Eindrücken. «Wir haben zuletzt vier Wochen auf Kunstrasen trainiert und gespielt, dafür kamen wir mit den Platzverhältnissen gut zurecht», fand Murat Yakin und freute sich schon auf die kommenden Partien: «Ich fahre mit einem guten Gefühl zurück nach Schaffhausen, das Spiel macht Lust auf mehr.»


Schaffhauser Debütantenball zum Start

Solch ein munteres Wechselspielchen nach der Winterpause hat es in Schaffhausen wohl noch nie gegeben. Auf der Bank nahm mit Murat und Hakan Yakin das neue Trainerduo Platz. Und auf das Feld schickten sie mit Yassin Mikari, Muhamed Demiri, Gjelbrim Taipi, Steven Lang und als Ergänzungsspieler Jean-Pierre Rhyner gleich fünf neue Akteure. «Ich habe mich gut gefühlt. Noch stimmt die Abstimmung nicht immer, aber das ist normal», gab Mikari zu Protokoll. Dabei musste der 34-Jährige ein wenig frösteln, bestritt er seinen letzten Ernstkampf doch vergangenen Sommer für den Club Africain in Tunis. «Es schon etwas anderes, bei 30 Grad in Tunesien zu kicken als bei Schneefall in Aarau», sagte der Linksverteidiger mit einem Schmunzeln.

Ähnliche Gefühle hatte auch Mohamed Demiri. Nicht wegen des Schnees, «das kommt im Februar in der Schweiz schon mal vor», wie der 31-Jährige analysierte. Vielmehr hatte der Mittelfeldspieler mit Mikari gemein, dass das letzte Pflichtspiel schon Monate her ist, nach einer vertraglosen Zeit beide Akteure nun wieder beim FCS angreifen. «Es tat gut, gleich von Beginn weg gespielt zu haben. Dieses Gefühl hat mir gefehlt», ist Demiri nun wieder ein glücklicher Fussballer.

Rundum glücklich hätte eigentlich Steven Lang sein können. Erstes Ligaspiel, zwei Tore. Aber nur einen Punkt geholt, das war zu wenig für den Anspruch des 29-jährigen Wirbelwinds. «Wenn du kurz vor Schluss noch 2:1 führst, musst du das Spiel gewinnen», ärgerte sich Lang. Aber auch der Stürmer ist vom neuen Potenzial überzeugt. «Wir haben gezeigt, dass wir guten Fussball spielen können. Jetzt müssen wir weiter Vollgas geben.»

Leicht humpelnd verliess Gjelbrim Taipi das Brügglifeld. Mehrfach wurde der Mittelfeldstratege gefoult. Und es tat wohl wirklich weh, schliesslich wälzt sich kein Spieler einfach so im Schnee, auch wenn das Aarauer Publikum in einer Situation nur Pfiffe für den 24-Jährigen übrig hatte. Auf die Zähne beissen ist dabei das Motto des Neuzugangs. «Nichts Schlimmes. Als Fussballer bekommt man halt mal was ab», gibt Taipi Entwarnung. Ersetzt wurde Taipi dann kurz vor Ende vom jungen Verteidiger Jean-Pierre Rhyner, der mithelfen sollte, das 2:1 zu sichern. Dies gelang nicht ganz, weshalb die Leihgabe vom Grasshopper Club mit leicht gesenktem Kopf das Feld verliess.

Und dann waren da ja noch die beiden «Heilsbringer» auf der Bank, die nach vier Wochen Vorbereitung nun den ersten Ernstkampf initiierten: Murat und Hakan Yakin. Dabei zeigte sich Murat Yakin als eiserner Schneeveteran. So sammelte sich auf seiner Pudelmütze bis zum Spielende jede Menge Schnee an. Doch wollte er an der Seitenlinie seinem Team helfen und gemeinsam den ersten Schritt Richtung Nichtabstieg machen. «Am Ende schmerzen vielleicht die zwei verlorenen Punkte», gab Yakin offen zu. «Aber wir müssen das Positive rausziehen. Und die Fehler beim nächsten Mal abstellen», hat der Neu-Trainer ein einfaches Rezept, um schon bald vom letzten Platz wegzukommen.

Telegramm

FC Aarau - FC Schaffhausen 2:2 (0:1)
Brügglifeld - 2716 Zuschauer - SR: Sandro Schärer
Tore: 40. Lang (Foulpenalty) 0:1, 65. Rossini 1:1, 82. Lang 1:2, 93. Wüthrich 2:2.
Aarau: Pelloni; Markaj (86. Josipovic), Thrier, Garat, Mehidic; Jäckle (72. Tréand), Perrier; Ciarrocchi, Burki, Wüthrich; Rossini.
Schaffhausen: Kovacic; Mevlja, Neitzke, Lekaj; Demiri; Mikari, Taipi (88. Rhyner), Zock, Paulinho; Lang (91. Vilela), Demhasaj (76. Frontino).
Bemerkungen: Aarau ohne Thaler, Besle, Peralta (alle verletzt), Hunn und Hemmi (nicht im Aufgebot). Schaffhausen ohne Grasseler, Gonçalves, Fioravanti, Gautreaux, Zuli, Wellhäuser (alle verletzt), Gül, Schmocker und Tranquilli (alle nicht im Aufgebot). - 60. Tor von Garat wegen Foulspiel aberkannt.
Verwarnungen: 56. Garat (Foul), 79. Zock (Foul, im nächsten Spiel gesperrt), 88. Frontino (Reklamieren), 92. Rhyner (?).


Die Premiere ist geschafft mit einem Teilerfolg: Hakan Yakin, Antonio Dos Santos und Cheftrainer Murat Yakin nach dem 2:2 auf dem Aarauer Brügglifeld. Bild: Roger Albrecht

 
- Telegramm 
 
 
FC Aarau
-
FC Schaffhausen
 
2:2 ( 0:1 )
 
 
Sonntag, 05.02.2017

Suhr AG / Brügglifeld
2716 Zuschauer
 
 
Tore:
40. Lang (Foulpenalty) 0:1, 65. Rossini 1:1, 82. Lang 1:2, 93. Wüthrich 2:2
 
 
Gelbe Karten :
56. Garat (Foul), 79. Zock (Foul), 88. Frontino (Reklamieren), 92. Rhyner (Reklamieren).
 
 
Rote Karten :
-
 
 
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