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Samstag, 11. März 2017

Der Stabilisator der FCS-Defensive

Nach seiner kleinen Sieges­serie ist der FCS nicht mehr Letzter. Entscheidend dazu beigetragen hat Defensiv­spezialist Muhamed Demiri.


Locker lehnt Muhamed Demiri an der «Wand der Erfolge» im Spielertunnel. Bild: Tobias Erlemann

Drei Siege in Folge, der FC Schaffhausen schwebt auf einer kleinen Erfolgswelle. Da braucht es routinierte Akteure, die vorausschauend auch mal den Zeigefinger heben, bevor wieder eine falsche Selbstüberschätzung Einzug hält. So einen wie Muhamed Demiri, der sich innerhalb kürzester Zeit als Leader etabliert hat. «Wenn ich merke, dass einer ein paar Prozent nachlässt, dann hat er ein Problem», sagt der Defensivspezialist. Denn Demiri spricht aus Erfahrung: Während seiner Zeit beim FC St. Gallen schlich sich innerhalb der Mannschaft ein «Wohlfühl-Schlendrian» ein. Für den mazedonischen Nationalspieler ein No-Go. «Ich komme zum Training, um etwas zu leisten. Wenn ich mal nicht mehr diesen Willen habe, höre ich auf.»

Mit der Verpflichtung von Demiri ist Coach Murat Yakin ein starker Coup gelungen. Dabei war der Doppelbürger nicht mehr im absoluten Fokus im Schweizer Profifussball, sein Transfer eher ein Insidergeschäft. Denn vor seinem Engagement beim FCS bestritt der 31-Jährige sein letztes Profispiel am 30. April 2015. Danach spekulierte der Mazedonier mit Bezug zu Basel mit einem Engagement im Ausland. Oder einem Club in der Nähe von Basel. Warum? Bei Familie Demiri kündigte sich Nachwuchs an. «Für mich war klar: Entweder wir gehen zusammen in eine neue Stadt, oder ich bleibe in Basel. Ich kann doch nicht irgendwo hingehen und meine Frau alleine lassen. Was wäre gewesen, wenn die Wehen eingesetzt hätten und ich stundenlang hätte anreisen müssen?», gibt sich der Routinier auch privat als Führungsfigur.

So ergab sich im September 2015 ein Engagement bei den Old Boys Basel in der Promotion League. Doch schnell spürte der ehrgeizige Stratege, dass dies nicht unbedingt seine Welt ist. Zu sehr ist er vom Erfolg getrieben, als dass er dem Ball nur semimotiviert hinterherjagte. Im Sommer 2016 beendete Demiri das Kapitel Old Boys – und begab sich auf Clubsuche, jedoch ohne Erfolg. Doch genau in der Phase der Vertragslosigkeit zeigte sich sein Charakter. So lag Demiri nicht auf der faulen Haut, sondern trainierte tagtäglich intensiv in Eigenregie. «Wenn ich mal einen Tag nichts gemacht hatte, fühlte ich mich schon nicht mehr fit», offenbart Demiri. Dazu durfte er mit der U 21 des FC Basel trainieren – was nun dem FCS zugutekommt. «Murat Yakin hatte nicht damit gerechnet, dass ich so fit bin, als er mich zum Probetraining einlud», erinnert sich der 31-Jährige mit einem Schmunzeln. «Er kennt mich schliesslich noch aus jungen Jahren, wo ich körperlich nicht immer so austrainiert war.» Denn die Zusammenarbeit gibt es schon länger. Bereits bei Concordia Basel vor über zehn Jahren war Demiri Spieler unter Yakin. Und auch in Thun arbeiteten die beiden zusammen. Und das sehr erfolgreich, stieg der FCT doch 2010 mit dem Duo in die Super League auf. Doch eines ist Demiri wichtig. Sein Bezug zu Yakin sei nicht etwa freundschaftlich. «Ich bin der Spieler, er der Trainer. Wir haben aber dieselben Ansichten vom Fussball und sind sehr ehrgeizig», erklärt der Neu-Schaffhauser.

Volle Konzentration auf das Jetzt

So war die zweite Halbzeit bei der Schlappe in Genf der Turnaround hinsichtlichen der aktuellen Erfolge. Denn da zog Coach Yakin Demiri vom Mittelfeld zurück in die Innenverteidigung. Im Verbund mit André Luis Neitzke bildet er seither ein Bollwerk. Zwar fragte der Trainer Demiri, ob er wieder ins Mittelfeld vorrücken wolle. Dessen Antwort: «Wir haben Erfolg, warum sollen wir wechseln? Ich fühle ich mich auch hinten wohl und kann konstruktiv unser Spiel aufbauen.» Der Vertrag des 31-Jährigen läuft vorerst bis zum Sommer.Offen gibt er auch zu, dass der FCS in seiner Karriereplanung nie wirklich vorkam. «Aber wenn Murat Yakin dich verpflichten will, dann sagst du zu», sagt Demiri mit einem Augenzwinkern.

Ob er auch über den Sommer hinaus bleibt, darüber macht sich der Routinier noch keine Gedanken. Wenn der Nichtabstieg gesichert sei, dann könne man reden, erklärt Demiri. Denn für den Defensivchef sind drei Siege in Folge zwar eine schöne Momentaufnahme, doch bei Weitem nicht genug. «Gegen Le Mont und danach gegen Wohlen müssen wir zeigen, wo wir wirklich stehen. Wenn wir diese Spiele gewinnen, dann haben wir schon einen grossen Schritt gemacht», will Demiri noch lange nicht locker lassen.

Wegweisend: FC Le Mont zu Gast im Lipo-Park

Mit Grausen erinnert sich FCS-Präsident Aniello Fontana an das letzte Gastspiel des FC Le Mont in Schaffhausen. «Die haben uns platt­gespielt und verdient gewonnen.» Das war im August 2016. Und das Szenario ist vergleichbar mit heute. Denn nach zwei Spielen war der FCS Tabellen­führer, ein Sieg gegen das scheinbar «kleine» Le Mont fest eingeplant. Mit 1:2 ging die Partie verloren – und schon kurz danach siechte der FCS dahin, bis er nach Monaten der Tristesse auf dem letzten Platz strandete. Doch so weit wird es jetzt nicht mehr kommen, ist Fontana überzeugt. «Ich spüre, dass ein neuer Zug drin ist und mit Yakin ein Trainer das Sagen hat, der auf ­Details achtet.»

Denn auch wenn Le Mont landläufig als Abstiegskandidat gilt, spielen die Waadtländer eine ordentliche Saison. Speziell in der Defensive ist das Team von Coach John Dragani stark auf­gestellt, nur 26 Gegentore in dieser Saison zeugen von einem Bollwerk. Das gilt es zu knacken für den FCS, um die Sieges­serie weiter auszubauen – und damit den nächsten grossen Schritt zu ­machen weg vom Tabellenende.

 
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