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Freitag, 17. Februar 2017

Der Speedy Gonzales auf der linken Seite

Nach einer frustrierenden Vorrunde rüstete der FC Schaffhausen personell auf. Ein ganz wichtiger Neuzugang ist dabei Yassin Mikari.

von Tobias Erlemann

FUSSBALL - Das Markenzeichen von Yassin Mikari hat sich nach wenigen Wochen in Schaffhausen etabliert: sein Lachen. Der 34-Jährige hat Spass an seinem Job. Das haben auch die Mitspieler schnell bemerkt. «Ich bin einfach ein fröhlicher und glücklicher Mensch», sagt Mikari lapidar. Aber genau solche Persönlichkeiten braucht es im Abstiegskampf. Akteure, die sportlich und menschlich vorausgehen und den Zielen alles unterordnen. «Er tut uns als Mannschaft gut. Yassin bringt viel Erfahrung mit, bei ihm weisst du, dass er sich nicht aus der Ruhe bringen lässt», lobt Innenverteidiger Granit Lekaj.

Mikari selbst sieht sein Agieren weniger spektakulär. Er sei froh, dass er beim FCS eine neue Aufgabe gefunden habe. «Eine spannende Challenge, die ich so noch nie hatte. Auch der Abstiegskampf hat seinen Reiz», erklärt Mikari. Dabei war er in seiner Karriere schon in ganz anderen Sphären. Aufgewachsen in Zürich, bestritt er im Jahr 2002 seine ersten Profieinsätze bei GC. In der zweiten Spielzeit wurde der Linksfuss Meister – jedoch nur als Ergänzungsspieler. Offen gesteht Mikari, dass er damals nicht wie ein Profi gehandelt habe. Mikari: «Ich dachte zu früh, ich hätte es geschafft.» Doch er kämpfte sich über die Challenge League zurück, erst Luzern, dann Winterthur. Und nach drei Jahren war er wieder bei GC. Weiter ging es nach Sochaux im Januar 2009. Und nach einem abermaligen Abstecher nach Luzern startete Mikari zum «Höhepunkt» durch mit dem Wechsel zum Club Africain in Tunesien im Sommer 2014. Noch heute schwärmt der 34-Jährige von dieser Zeit. «Wir wurden Meister, du wurdest dort hofiert wie ein König. Wir haben uns sehr wohlgefühlt», erzählt Mikari. 

So war es nicht leicht für Familie Mikari, Tunesien wieder zu verlassen. Nach einem Kreuzbandriss bekam der Aussenspieler keinen neuen Vertrag. Speziell Frau Didem, mit welcher er an diesem Valentinstag seit 13 Jahren zusammen ist, und seine vierjährige Tochter sehnen sich ab und an nach Nordafrika zurück. «Wir lebten direkt am Meer, konnten immer an den Strand. Der Winter in der Schweiz ist hart für meine Frau und die Kinder», sagt Mikari. Dennoch habe man sich gut im Aargau eingelebt. «Wir wohnen in der Nähe der Schwiegereltern, das war uns wichtig.» Und dann kam auch noch Familienzuwachs, vor vier Monaten kam der Sohn zur Welt. «Er vollendet unser Glück», sagt Mikari pathetisch. Fast entschuldigend fügt er an: «Ich bin halt ein Familienmensch.»

Schaffhausen statt Karriereende

Sein neuer Job in Schaffhausen kam durch die alte «GC-Connection» zustande. Murat Yakin und Toni Dos Santos machten Mikari Avancen. Und der wollte es noch mal wissen, dachte er in der Zeit ohne Vertrag sogar schon daran, die Karriere zu beenden und nur noch im Amateurbereich zu kicken. Jetzt ist der 34-Jährige wieder mit Feuereifer dabei. Mikari ist immer unterwegs, ist technisch versiert, aber vergisst auch nie das kämpferische Element. Ehefrau Didem nennt ihn den «Speedy Gonzales auf dem Fussballfeld». Darüber muss Mikari schmunzeln. Und er gesteht: «Ganz so schnell wie mit 18 Jahren bin ich nicht mehr.» Dazu spüre er auch sein Alter: «Ich brauche schon einen Tag länger nach einem Match zur Regeneration.» Dabei ist der Verteidiger körperlich in einem Topzustand. Der Kreuzbandriss ist verheilt, Spritzigkeit und Kondition sind zurück. Sein Rezept: «Als Profi musst du leben wie ein Profi. Du musst dich gut ernähren, viel schlafen, den Körper pflegen.» So kommt beim Thema Körperpflege seine «Frisur» zur Sprache. Denn die Glatze hat Mikari nicht mit fortschreitendem Alter bekommen, sondern schon als Jungspund präsentiert. «Frü- her hatte ich einen Wuschelkopf», offenbart Mikari. «Aber der wurde früh licht. Irgendwann sagte ich zu Didem, sie solle mir die Haare abrasieren», sagt der 34-Jährigen mit einem Lachen. «Aber auch diese ‹Frisur› braucht Pflege, ich muss den Kopf jeden zweiten Tag rasieren.» 

Ob mit oder ohne Haare, die Motivation von Mikari ist unverkennbar. Geht es beim Trainingsspiel zur Sache, spürt man diesen Enthusiasmus in jeder Aktion. Der Routinier ist nicht etwa flapsig in der täglichen Arbeit, sondern will auch in den Übungseinheiten gewinnen. «Ich musste schon immer mehr machen als andere», sagt Mikari. Und «dieses Mehr» bringt er voll ein beim FCS. Zwar läuft sein Vertrag nur bis zum Sommer. Aber bei beidseitiger Zufriedenheit kann sich der SchweizTunesier vorstellen, länger zu bleiben. «Ich bin mir bewusst, dass ich keine zehn Jahre mehr vor mir habe. Ich fühle mich aber so fit, dass ich noch ein paar Saisons dranhängen kann.» In Schaffhausen? «Ich gehe davon aus, dass Schaffhausen meine letzte Profistation ist.» Und bisher konnte er den Makel eines Abstieges in seiner Fussballer-Vita vermeiden. «Wir schaffen das auch diese Saison, ich habe ein gutes Gefühl bei dieser Mannschaft, wir kommen da unten raus», sagt Mikari mit dem ihm ganz eigenen – und motivierenden – Lachen.

Servette-Match: Das Hinspiel als gutes Omen

Ein lauer Sommerabend im August 2016, 28 Grad im Stade de Genève. In einem abgezockten Spiel gewinnt der FCS mit 2:0 gegen Genf (Tore: Frontino und Gonçalves). Der dritte Sieg im vierten Match, die Schaffhauser spielen um die Spitze mit. Ein halbes Jahr später ist alles anders. Der FCS ist Letzter, Servette hat sich gut eingespielt und ist Tabellendritter. «Das wird eine happige Partie», weiss Verteidiger Granit Lekaj. So hat das Trainerteam um Murat Yakin ein intensives Videostudium vom Spiel in Aarau durchgeführt. Die positive Erkenntnis: Aus dem Match heraus hatte der FCA keine Torchance. Negativ: Fast jeder Standard war gefährlich, beide Gegentreffer resultierten aus ruhenden Bällen. So ist das Konzept des FCS in Genf klar: hinten sicher stehen und mit schnellen Kontern zum Erfolg kommen. Wohl verzichten muss der FCS auf Captain Gianluca Frontino, der Verletzungsprobleme hat. (toe)

 
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