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Spielbericht
 
Der FCS kommt in Genf zu spät in Fahrt

Gegen Servette ist der FC Schaffhausen in Genf nur schwer in Tritt gekommen und verliert nach einer schwachen ersten Halbzeit mit 2:3 gegen einen offensiv starken Gegner.


Spektakulärer Flug des Schaffhausers Granit Lekaj, unten der Servettien Cadamuro, links André Luis Neitzke. Bild: Natalie Grund.

von Tobias Erlemann

Ein Lächeln im Gesicht. Dann geht der Daumen kurz nach oben, locker zieht Jean-Pierre Nsame sein Fazit. «Ich hatte heute Spass auf dem Feld. Wir haben ganz gut gespielt, der Sieg fällt eigentlich zu knapp aus», ist Servettes Topskorer zufrieden. Zwei Tore schoss der Kameruner selbst, das dritte Goal von Alexandre Alphonse bereitete der Kameruner vor. Der wuchtige Stürmer war über 90 Minuten stets ein Unruheherd. In Kombination mit Alphonse und Ex-Nationalspieler Matias Vitkieviez sorgte das Trio für ordentlich Offensivwirbel – zu viel Offensivwirbel für den FC Schaffhausen. Speziell in der ersten Halbzeit habe man zu zaghaft agiert, erklärt Coach Murat Yakin. «Wir haben nicht gut ins Spiel gefunden und standen zu oft zu weit weg von den Gegenspielern. Dass Genf offensiv gut aufgestellt und spielerisch stark ist, wussten wir eigentlich vorher.»

Doch irgendwie fehlte lange Zeit die nötige Spritzigkeit und Aggressivität bei den FCS-Akteuren, um Servette wirklich zu fordern. So kann nicht einmal die lange Anfahrt nach Genf als Grund herhalten, war der Schaffhausen-Tross doch schon am Samstag angereist. Das Positive in der ersten Hälfte: Debütkeeper Mateo Matic konnte sich mehrfach auszeichnen. Die Leihgabe der Grasshoppers stand für Ilija Kovacic im Tor, der in Aarau arge Probleme mit hohen Bällen bekundet hatte. Matic schwankte nach dem Spiel verständlicherweise zwischen Zufriedenheit und Ärger. «Ich denke, ich habe eine ordentliche Leistung gebracht», sagt der 21-Jährige. «Doch davon kann ich mir nichts kaufen, schliesslich haben wir drei Gegentore kassiert.» Diskussionswürdig war dabei der dritte Genfer Treffer. Nach einem Corner wollte Matic den Ball abfangen, wurde aus seiner Sicht jedoch gefoult, wodurch Nsame frei einnicken konnte. «Das muss ich mir noch mal im TV anschauen, glücklich sehe ich in dieser Szene jedoch nicht aus», denn Matic weiss auch um die Regel: Kommt ein Goalie raus, muss er den Ball haben.

Dieses Tor war die schnelle Reaktion der Genfer auf den FCS-Anschlusstreffer. Nach 56 Minute keimte erstmals ein wenig Hoffnung auf im FCS-Lager auf. Auf Pass von Faruk Gül, der vom Tribünenplatz in Aarau nun wieder mittendrin auf dem Feld war, schoss der neue Schaffhauser Torjäger Steven Lang das Tor. Doch kam der Konter zu schnell von Servette, sodass der FCS nicht wirklich dran war am 2:2. Für Coach Yakin jedoch ein starkes Zeichen, dass seine Spieler in der zweiten Halbzeit überhaupt (und endlich) die Scheu vor dem Gegner ablegten. In der Pause habe man taktisch ein wenig umgestellt, erklärt der 42-Jährige. «Wir wollten den Ball auch mal länger halten und Sicherheit gewinnen.» Und das gelang in einige Phasen der zweiten Halbzeit ganz ordentlich. So scheiterte erst Granit Lekaj mit einem Kopfball am Pfosten. Und als Lang – wie schon in Aarau – den Doppelpack schnürte, wurden auch wieder die wenigen FCS-Fans im weiten Genfer Rund munter. Doch war die Zeit zu knapp, um noch eine Schlussoffensive zu starten. «Mit etwas Glück hätten wir noch punkten können», weiss Goalgetter Lang. «Über 90 Minuten war Servette schon besser und hat verdient gewonnen», will der 29-Jährige nicht gross lamentieren.

Ähnlich sah es dann auch sein Gegenpart Jean-Pierre Nsame. Nach dem dritten Sieg im dritten Spiel 2017 freut der sich schon auf die nächsten Aufgaben und frohlockt: «Wenn wir so weitermachen, sind wir fast nicht zu schlagen», sagt der Kameruner – und schlendert mit der Leichtigkeit des Erfolges genüsslich Richtung Kabine nach einem vergnüglichen Arbeitstag.

Komplex: Servette und sein Sprachenhitmix

Der Ex-Schaffhausen-Spieler Florian Berisha muss schmunzeln bei der Erklärung, wie man eigentlich mit Neu-Coach Meho Kodro (seit 1. Januar 2017 im Amt) kommuniziere. Der Trainer selbst spricht nur Spanisch und Bosnisch. «Dafür kann der Torwarttrainer Serbisch und Französisch. Und dann sind immer noch zwei Übersetzer da, die bei den Sitzungen helfen», plaudert Berisha aus dem Nähkästchen. Kodro selbst hält dann auch seine Interviews mit den Französisch sprechenden Medienleuten in Genf auf Spanisch ab, simultan übersetzt von einem Mitarbeiter. Ein bunter Sprachmix entsteht so bei den Genfern – der auf die Leistung und die Erfolge aber keinerlei Auswirkung hat. Trainer und Spieler scheinen sich zu verstehen, so hat sich Servette zu einem Spitzenteam der Challenge League entwickelt. Die Vorzüge: Genf ist spielstark und hat enorme Offensivpower. Und hinten räumen die robusten Verteidiger um Mfuyi konsequent auf. Kein Wunder, ist Berisha zufrieden mit der momentanen Situation. «Unser Selbstvertrauen steigt immer mehr», schickt er zugleich schon eine Warnung an die Konkurrenz raus – dies auf Deutsch, einer weiteren Sprache im Sprachenhitmix von Servette.

 
- Telegramm 
 
 
Servette FC
-
FC Schaffhausen
 
3:2 ( 2:0 )
 
 
Sonntag, 19.02.2017

Lancy GE / Stade de Genève
2709 Zuschauer
 
 
Tore:
22. N’Samé 1:0, 24. Alphonse 2:0, 57. Lang 2:1, 69. N’Samé 3:1, 87. Lang 3:2.
 
 
Gelbe Karten :
32. Delley (Unsportlichkeit), 36. Hasanovic (Reklamieren).
 
 
Rote Karten :
-
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